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CountryCab

Kreiselstabilisierte Einschienen-Monocabs auf ländlicher Bahnstrecke

Auf der historischen eingleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Lemgo und Extertal in Nordrhein-Westfalen sollen Gyroskop-Monocabs wie bei einem Paternoster in ständigem Umlauf fahren. Fahrgäste können so ihr Cab für die individuelle Fahrt ins Dorf oder in die Stadt buchen.

Name
Thorsten Försterling, Landeseisenbahn Lippe e. V.

Wohnort
Extertal-Bösingfeld

Themen

  • Zugverkehr
  • Einschienenbahn
  • ländlicher Raum

Die Idee

CountryCab verbindet die Idee eines Monocabs mit automatisiertem Fahren, einer historischen Bahnstrecke, einem ehrenamtlichen Unternehmen, einem regionalen Netzwerk, der Technik der kreiselstabilisierten Einschienenbahn und dem Konzept des Paternosters zu einem Fortbewegungsmittel für die Zukunft ländlicher Räume. Die Monocabs balancieren auf einer einzelnen Schiene des Gleises. Möglich ist das durch die Kreiselkraft: Rotierende Kreisel, auch Gyros genannt, behalten ihre Lage im Raum und setzen dem Versuch, ihre Drehachse zu kippen, deutlichen Widerstand entgegen. Diese Kreiselkraft wird in vielen Geräten genutzt, um ihre Lage zu stabilisieren: im Kreiselkompass, in Gyroskopen und Gyrometern, in Flugkörpern und Raumschiffen oder im Segway.

Auf der eingleisigen Strecke Lemgo–Extertal sollen wie in einem Paternoster die Monocabs in Bereitschaft von einer Station zur nächsten fahren. Dies kann im Gegenverkehr geschehen, denn die Kabinen balancieren auf einer Einzelschiene. Bei Bedarf bucht der Fahrgast per App ein Monocab wie ein Taxi: „Alexa, hol schon mal den Wagen!“ Das Monocab reagiert dann individuell. Es wird für den Benutzer innerhalb der Bewegungskette autonom gesteuert und zugleich über Streckensensoren und Bewegungsdaten mastergesteuert. Die Monocabs fahren 24 Stunden an 365 Tagen. Zu Stoßzeiten kommen mehr Cabs auf die Strecke, nachts weniger.

Die Idee CountryCab ist Teil des Projektportfolios SMART RAILWAY des Vereins Landeseisenbahn Lippe e. V. Damit kann ein Mobilitätsprojekt hinzukommen, das Nordlippe zu einem Mekka der Mobilitätsforschung und -entwicklung machen würde. Hier wird vieles genutzt, was schon vorhanden ist: Die Strecke ist frei und betriebsbereit. Die Akteure und Partner stehen abfahrtbereit auf dem Bahnsteig.

Der Kopf dahinter

Thorsten Försterling, Diplom-Ingenieur, Jahrgang 1966, ist Innovationsmanager in Bielefeld-Sennestadt. 2007 war er Mitgründer von alberts.architekten BDA – Büro für Soziale Architektur; 2014–2018 war er Sanierungsmanager für das Klimaquartier Sennestadt. Er kann auch Dorf: Für das Projekt „Jugend unter Dampf“ im lippischen Extertal erhielt er den Kulturförderpreis der deutschen Wirtschaft. 2017 entwickelte er das Magazin „Ort und Stelle – Osterwald taucht auf“ über ein Dorf in Niedersachsen.

Thorsten Försterling, Landeseisenbahn Lippe e. V.

„Ländliche Räume wie Nordlippe sind für viele urban geprägte Menschen als Wohnort unattraktiv, weil sie nicht täglich aufs Auto angewiesen sein wollen. Daher die Idee, ein neuartiges Verkehrsmittel zu konstruieren, das individuell ist und zugleich eine Bahn. Eine Bahn, weil wir dafür eine vorhandene alte Bahnstrecke nutzen wollen, auf die die Anwohner stolz sind.“

Mehr erfahren

Die vollständige Idee im Ideenportal nachlesen

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