Apps, Multimodaler Verkehr, E-Ticketing

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easy.GO − Handy-App für Bus und Bahn im ÖPNV

Initiator: TAF mobile GmbH, Jena

easy.GO kombiniert Ticketing, ÖPNV, Car- und Bikesharing sowie weitere Verkehrsangebote. Die Gratis-App nutzt dabei frei verfügbare Informationen und Daten des Personennahverkehrs und schafft so eine multimodale Plattform.

Steckbrief
– Projektstart: easy.GO gibt es seit 2008
– Mitarbeiterzahl TAF mobile GmbH: 16 (Stand: September 2016)
– Partner: App in Kooperation mit dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) entwickelt

„Mit easy.GO sind wir als IT-Dienstleister Treiber von digitalen Lösungen im ÖPNV. Wir arbeiten mit unseren Kunden und Lösungen aktiv an der Umsetzung der digitalen Agenda 2020 der Bundesregierung. Mit der App easy.GO unterstützen wir die digitale Transformation im ÖPNV. Die App ist ein wichtiger Teil im elektronischen Ticketmanagement in Deutschland.“
Tony Pucklitsch, easy.GO Projektmanager

Foto: TAF mobile GmbH

Weil fast jeder Verkehrsverbund, die Bahn und Car- sowie Bikesharing-Anbieter eine eigene App für die Routenplanung oder Ticketkäufe anbietet, entsteht oft Unübersichtlichkeit auf dem Smartphone – ein überfülltes Display und verschiedenste Kaufprozesse sind die Folge. Die App „easy.GO“ führt all diese Angebote in einer App zusammen: Nutzer können die beste Fahrverbindung finden, die nächste Haltestelle orten, aktuelle Abfahrtszeiten abrufen, sich „Points of Interest“ wie Restaurants oder Sehenswürdigkeiten anzeigen lassen, Car- und Bikesharing-Stationen suchen, bargeldlos das passende Ticket kaufen und direkt auf das Handy laden sowie live Störungsmeldungen erhalten.

Die Bezahlung erfolgt über die Handyrechnung oder das entsprechende Prepaid-Konto des Kunden. In der Region VRS kann per PayPal und Lastschrift gezahlt werden. Durch die speziellen Funktionen für Senioren und Menschen mit Sehschwäche erleichtert die App diesen Menschen die Nutzung der ÖPNV. easy.GO gibt es seit 2008. In den Regionen VRS (Köln/Bonn), MDV (Leipzig/Halle), marego (Magdeburg) und VBB (Berlin/Brandenburg) nutzen 200.000 Menschen die App täglich. easy.GO steht in den iPhone-App Store, in der BlackBerry App World, bei Google Play, im Amazon App Shop und als Web-App GRATIS zum Download zur Verfügung.

Musik: Joel Evenden, Genehmigung von Shutterstock, Inc.

Foto: TAF mobile GmbH
Interview mit Tony Pucklitsch, Projektmanager easy.GO der TAF mobile GmbH
Wie kamen Sie auf die Idee, dass es der Welt an einer Lösung wie easy.GO fehlt?

Jeder Fahrgast im ÖPNV kennt das Problem: Wann kommt die nächste Bahn oder der Bus? Wo ist der nächste Automat? Habe ich ausreichend Kleingeld? Die Fahrgäste von heute haben den Anspruch, zu jeder Zeit stets über aktuelle Abfahrtzeiten oder Störungen informiert zu sein. Sie möchten via App Tickets und verschiedene Verkehrsmittel schnell und einfach buchen können. Mit easy.GO arbeiten wir aktiv an der Umsetzung der digitalen Agenda 2020 der Bundesregierung – denn die App ist ein wichtiger Teil im elektronischen Ticketmanagement in Deutschland und unterstützt die digitale Transformation im ÖPNV.

Tony Pucklitsch
Foto: TAF mobile GmbH
Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung?

Zunächst mussten natürlich die für easy.GO notwendigen Daten beschafft werden: Wann ist welches Transportmittel verfügbar? Zudem gab es vielseitige rechtliche Aspekte zum Fahrscheinverkauf, die wir berücksichtigen mussten. Auch die Abstimmungsprozesse in den Verkehrsverbünden und den dazugehörigen Verkehrsunternehmen waren und sind zeitintensiv. Letztendlich ist easy.GO eine Eigenentwicklung und innovative Neuentwicklung – im Entwicklungsprozess haben wir stetig Know-how in diesem Bereich aufgebaut.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in zwei Jahren?

Wir möchten in den nächsten Jahren weitere Verkehrsunternehmen und -verbünde für easy.GO gewinnen, um für die Fahrgäste in Deutschland noch mehr Regionen in der App anbieten zu können. Mit unseren Nutzern bleiben wir laufend im Gespräch, damit wir mit den Verkehrsunternehmen weitere Features und Funktionen entwickeln können. Unseren Fokus in der App legen wir auch in Zukunft auf Multimodalität, also auf die Anbindung und Buchungsmöglichkeit von mehreren Verkehrsmitteln – Sharing-Angebote, Taxi, usw.

Was raten Sie anderen Menschen, die eine gute Idee haben und sie in die Tat umsetzen wollen?

Es ist wichtig, an die eigene Idee zu glauben, Durchsetzungsvermögen mitzubringen und an Hürden nicht zu scheitern. In der Umsetzungsphase ist es entscheidend, den Teamgeist und Engagement zu fördern, aber auch Multiplikatoren und Unterstützer zu finden, die Kosten im Blick zu behalten und die Idee schützen zu lassen.