Automobilität, Apps, Verkehrsrettung

wuidi – Gemeinsam Wildunfälle vermeiden

Initiator: wuidi GmbH, Leiblfing

Eine App warnt Verkehrsteilnehmer mit einem dynamischen Wildwechsel-Radar vor Gefahrengebieten und hilft, Wildunfälle zu vermeiden.

Steckbrief:

  • Idee: wuidi entstand im Dezember 2014 nach einer Unfallsituation der Gründer
  • Nutzerzahlen: 10.000 Autofahrer und 500 Jagdrevier-Inhaber in Bayern (Stand: Juni 2017)
  • Deutschlandweite Skalierung im Zuge der Prämierung mit dem Deutschen Mobilitätspreis
Foto: wuidi GmbH

„Gemeinsam Wildunfälle vermeiden! Das ist unsere Mission. Die Initiative wuidi verbindet erstmals Verkehrsteilnehmer mit vorsorglichen Jägern und wird so zum Nr. 1 Wildwarner. Dabei begleitet die Smartphone-App durch Gefahrengebiete, warnt Nutzer und wenn es doch einmal kracht, helfen wir bei der Abwicklung.“
Alfons Weinzierl, Co-Founder und CEO der wuidi GmbH

Alle zwei Minuten verursacht ein Wildtier auf Deutschlands Straßen einen Unfall. Der jährliche Versicherungsschaden von Wildunfällen beläuft sich dabei auf 630 Millionen Euro. Um die Unfallzahl zu senken, riefen die drei Gründer aus Bayern Alfons Weinzierl, Alexander Böckl und Jozo Lagetar wuidi ins Leben: Das Wildwechsel-Radar warnt Autofahrer bei der Fahrt durch Gefahrengebiete. Die Warnung erfolgt entweder über eine App oder direkt integriert in das Navigations- beziehungsweise Infotainmentsystem des Autos. Wie gefährdet eine Region ist, wird mithilfe von Daten zu vergangenen Wildunfällen, Gefahrenschwerpunkten der Jäger sowie weiteren Einflussfaktoren wie Wetter, Brunftzeiten und Landnutzung ermittelt.

Kommt es doch zu einem Wildunfall, erhält der Nutzer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und auf Basis der GPS-Lokalisierung die Kontaktdaten des Ansprechpartners der zuständigen Polizeidienststelle. Jagdrevier-Inhaber können im wuidi-Revierportal ihr Gebiet durch Markierung von Wildunfall-Schwerpunkten schützen und im Schadensfall den exakten Unfallstandort erhalten.

In Gebieten mit erhöhtem Wildwechsel trägt wuidi zur Erhöhung der Sicherheit auf den Straßen bei und verhilft im Falle eines Unfalls zu einer effizienteren Abwicklung des Vorgangs.

Interview mit Alfons Weinzierl, Co-Founder und CEO der wuidi GmbH

Wie kamen Sie auf die Idee, dass die Welt Ihr Projekt braucht?

Die Idee zu wuidi entstand während des Studiums. Bereits damals hatten wir den Willen, ein eigenes Unternehmen zu gründen, nur die Idee fehlte uns. Bei einer abendlichen Heimfahrt nach der Vorlesung sprang uns dann ein Reh vor das Auto und wir hatten einen Wildunfall. Dies geschieht leider alle zwei Minuten in Deutschland. Somit stellen Wildunfälle eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr dar. Derzeit gibt es kein wirksames Mittel gegen diese Gefahr. Mit wuidi werden wir dies ändern.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung?

Uns war von Beginn an klar, dass wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen müssen, um eine nachhaltige Lösung für das Problemfeld der Wildunfälle zu entwickeln. So war es wichtig, unser Team um einen Informatiker zu erweitern, damit wir autark arbeiten können. Hier hatten wir großes Glück. Allerdings brachten viele Meilensteine bezüglich Partnerschaften, Wettbewerben und Förderungen erst auf den zweiten Anlauf den gewünschten Erfolg. So auch beim Deutschen Mobilitätspreis.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in zwei Jahren?

Für unser Vorhaben war es von großer Bedeutung ein erfolgreiches Proof of Concept am Markt zu erreichen. Dies ist uns in Bayern hervorragend gelungen. Nun steht die Skalierung im Vordergrund. In zwei Jahren soll unsere Initiative wuidi in Deutschland, Österreich und der Schweiz der Inbegriff für nachhaltige Wildunfallprävention sowohl für die Jägerschaft als auch für die Autofahrer sein. Dabei soll insbesondere der Autofahrer die Wildwarnungen direkt im Fahrzeug erhalten, auch ohne Smartphone-App.

Was raten Sie anderen Menschen, die eine gute Idee haben und sie in die Tat umsetzen wollen?

Auch wenn es im Startup-Alltag immer wieder Höhen und Tiefen gibt, haben wie die Entscheidung, diese Idee tatsächlich umzusetzen, noch keinen Tag bereut. Die Lernkurve ist maximal. Es ist die Selbstbestimmung über die eigene Arbeit, die uns antreibt. Wir raten jedem, diese Erfahrung zu machen und keine Angst vor dem Scheitern zu haben. Die Gründung im Team ist dabei ratsam. Jeder Gründungswillige sollte dabei Durchhaltevermögen beweisen. Der Weg eines Gründers ist meist nicht geradlinig.

Das Team hinter wuidi: Jozo Lagetar, Alfons Weinzierl und Alexander Böckl (Foto: wuidi GmbH)