Automobilität, Verkehrsinfrastruktur, Sensorik

Ghostbuster – Geisterfahrer frühzeitig erkennen

Initiatoren: Daniel Gillo, Julian Neu und Benjamin Kirsch, Studierende der Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Ein solarbetriebenes Sensorsystem erkennt Falschfahrer frühzeitig und warnt andere Verkehrsteilnehmer.

Steckbrief:

  • Projektteam: Studierende der Universität des Saarlandes in den Studiengängen Mikrotechnologie und Nanostrukturen (Benjamin Kirsch und Daniel Gillo) sowie Systems Engineering (Julian Neu)
  • Beginn der Projektumsetzung: 2016
  • Unterstützung: Digi-Key, Distributor für elektronische Bauteile
Das Team von Ghostbuster: Benjamin Kirsch, Julian Neu und Daniel Gillo (Foto: Julian Neu)

„Ghostbuster ist ein solarbetriebenes und in einem Leitpfosten integriertes Sensorsystem, welches Falschfahrer erkennen und warnen kann. Mit wenig Aufwand werden dadurch Deutschlands Autobahnen sicherer.“
Benjamin Kirsch, Projekt-Team Ghostbuster

Rund 80 Unfälle lösen Falschfahrer in Deutschland jährlich aus – häufig mit schweren Folgen. Bis es überhaupt zu einer Meldung kommt, befinden sich Geisterfahrer oft bereits zehn bis 15 Minuten auf der falschen Fahrbahn und gefährden sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer. Die drei Studierenden Daniel Gillo, Julian Neu und Benjamin Kirsch haben mit Ghostbuster ein Warnsystem entwickelt, das Geisterfahrer frühzeitig und zuverlässig erkennt.


Die Sensoren von Ghostbuster dienen zur Erkennung von Fahrzeugen und deren Fahrtrichtung. Diese sind in Leitpfosten integriert und können leicht an jeder Autobahn, Anschlussstelle oder Raststätte aufgestellt werden. Mit Hilfe des Systems können Geisterfahrer erkannt werden, sodass diese noch in der Anschlussstelle oder Raststätten-Abfahrt gewarnt werden und erst gar nicht auf die Autobahn auffahren. Sollte der Fahrer trotz Warnung auf die Autobahn gelangen, kann er durch die extrem kurze Reaktionszeit schneller aufgehalten werden. Zudem kann Ghostbuster selbstständig ein Notrufsignal per Mobilfunk senden, damit benötigte Hilfe möglichst schnell vor Ort ist.


Durch den klugen Einsatz von Sensortechnologie sorgt Ghostbuster dafür, dass Geisterfahrer schneller erkannt werden und so weniger Unfälle auf Autobahnen geschehen

Interview mit Julian Neu des Projekt-Teams von Ghostbuster

Wie kamen Sie auf die Idee, dass die Welt Ihr Projekt braucht?

Wir fanden und finden es bedauerlich, dass bis heute keine Lösungen existieren, um Falschfahrer auf Autobahnen zu verhindern. Dieses Problem wollen wir mit unserem „Ghostbuster“ beheben und die Sicherheit auf Deutschlands Straßen erhöhen.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umsetzung?

Oft gelangt man in der Entwicklung an einen Punkt, an dem man eine Entscheidung treffen muss, welchen Weg das Projekt in Zukunft weiterverfolgen soll. In unserem Fall stellte sich zum Beispiel die Frage, ob wir mit Sensor A oder Sensor B fortfahren sollten. Manchmal stellt sich auch eine Vorgehensweise als Sackgasse beziehungsweise Fehlentscheidung heraus und dann muss man den Mut aufbringen, aufzuhören und an andere Stelle wieder von vorne zu beginnen.

Wo sehen Sie Ihr Projekt in zwei Jahren?

Wir hoffen, dass bereits in zwei Jahren unser System in vielen Teilen von Deutschland installiert ist und die Gefahr durch Falschfahrer in Zukunft verschwindet.

Was raten Sie anderen Menschen, die eine gute Idee haben und sie in die Tat umsetzen wollen?

Wichtig ist, stets an seine Idee glauben und der Überzeugung sein, dass diese es wert ist, in die Tat umgesetzt zu werden. Außerdem soll man viel Spaß und Freude an dem haben, was man tut. Dies und gute Kollegen helfen einem dabei, nicht den Mut zu verlieren und die Ausdauer aufzubringen, auch schlechte Zeiten zu überwinden.

Die Funktionsweise von Ghostbuster (Foto: Julian Neu)

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