Interview

„Mobilität ist in Deutschland ein Grundbaustein für unseren Fortschritt“

5. Dezember 2016 – Beim Thema Intelligente Mobilität denken viele zuerst an selbstfahrende Pkws und E-Autos. Aber auch der öffentliche Verkehr verändert sich im Zuge der Digitalisierung. Martin Schmitz ist Geschäftsführer Technik beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. und Jurymitglied des Deutschen Mobilitätspreises. Im Interview verrät er uns, auf welche neuen intelligenten Lösungen sich ÖPNV-Nutzer freuen können.

Martin Schmitz im Gespräch. Foto: „Deutschland – Land der Ideen“/Lorenz Widmaier

Herr Schmitz, wie verändert die Digitalisierung heute schon den öffentlichen Personenverkehr in Deutschland?

Der öffentliche Verkehr hat ja schon vor 20 Jahren angefangen, zu digitalisieren – zunächst hinter den Kulissen in der Planung und in den Fahrzentralen. Da sind wir bereits gut aufgestellt. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt tun, indem wir unsere Daten auch den Fahrgästen über Apps zur Verfügung stellen und Handytickets mit einbinden. So soll der Zugang zum ÖPNV noch einfacher werden und das multimodale Unterwegssein künftig mehr Spaß machen. Wie können wir in der digitalen Welt unseren Fahrgast mehr einbinden, wie können wir ihm bessere Informationen zukommen lassen? Wie können wir Zugangshürden zum ÖPNV über die Grenzen von verschiedenen Regionen hinweg verringern, mit ein und derselben App in unterschiedlichen Städten deutschlandweit zum Beispiel. All das sind Fragen, mit denen sich unsere Mitgliedsunternehmen derzeit beschäftigen.

Martin Schmitz während der Jurysitzung des Deutschen Mobilitätspreises. Foto: „Deutschland – Land der Ideen“/Lorenz Widmaier

Der Deutsche Mobilitätspreises stellt im Jahr 2016 das Thema Teilhabe in den Fokus. Über die Städte haben Sie gerade schon gesprochen. Wie muss sich der ÖPNV in ländlichen Räumen verändern?

Auf dem Land bricht uns im Zuge des demografischen Wandels gerade der Schülerverkehr weg, der den ÖPNV im ländlichen Raum zum großen Teil finanziert. Hier müssen wir gemeinsam mit der Politik an neuen Finanzierungskonzepten arbeiten, um eine Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Die Digitalisierung ermöglicht jetzt natürlich auch den Aufbau variabler Konzepte – zum Beispiel, um von einer festen Linienführungen wegzukommen und nur noch dann Angebote zu fahren, wenn der Fahrgast diese auch wünscht. Da bieten sich schon heute neue Geschäftsmodelle. Und wenn man weiter denkt – in Richtung autonomes Fahren beispielsweise – könnte man völlig neue Angebote etablieren. Aber bis dahin sind noch einige Jahre zu überbrücken.

Auch der schienengebundene Güterverkehr spielt für Ihren Verband und seine Mitgliedsunternehmen eine wichtige Rolle. Welche Chancen bieten sich hier im Zuge der Digitalisierung?

Der Güterverkehr auf der Schiene leidet derzeit noch etwas darunter, dass er nicht in dem Maße in die digitalen Lieferketten eingebunden ist wie der Transport auf der Straße. Hier sind Anstrengungen nötig, damit wir zum Beispiel eine Echtzeitnavigation und -verfolgung von Güterwagen anbieten können, um diese Transportart besser in die Logistikbranche integrieren zu können.



Warum engagieren Sie sich für den Deutschen Mobilitätspreis?

Die zehn Best-Practice-Preisträger des Deutschen Mobilitätspreises 2016 zeigen schon heute, wie intelligente Lösungen unsere Mobilität verbessern können. Lernen Sie hier alle ausgezeichneten Projekte kennen.

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